Interviewpartner

German Denneborg

German Denneborg leitet seit 2009 die Abteilung VII im Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Seine Aufgaben liegen u.a. im Bereich berufliche Schulen, Erwachsenenbildung, Grundsatzfragen, Innere Schulentwicklung und Qualitätsmanagement.Er ist Lehrbeauftragter an der Ludwig-Maximilian-Universität München, Schwerpunkt: Mechanismen und Prozesse bildungspolitischer Veränderungen.
Einer Schule der Zukunft spricht er “den Auftrag [zu], unseren Kindern dabei zu helfen, dass sie alle Fassetten ihrer Persönlichkeit entwickeln können, dass sie den Weg ihres Lebens finden
und sich dabei bewusst sind, dass sie Teil einer Gemeinschaft sind, in der sie Rechte und Pflichten haben.”

Prof. Stephan Dillemuth

Stefan Dillemuth arbeitet als Künstler und Professor der Akademie der Bildenden Künste München an der Selbstorganisation von Akademie und Institution. Quer durch seine künstlerische Praxis zieht sich die kritische Auseinandersetzung mit Fragen der Autonomie innerhalb von politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systemen, die er in Forschungsprojekten und Gemeinschaftsaktionen in die Lehre trägt. Er motiviert seine Studenten jedes Semester aufs Neue zu gemeinsamen Aktionen und Performances und beobachtet mit Kamera und kindlicher Ernsthaftigkeit deren Aktivitäten.

Prof. Dr. Wolfgang Edelstein

Prof. Dr. Edelstein war Jahre lang Direktor des Forschungsbereichs Entwicklung und Sozialisation am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und Mitgründer der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V. und “setzt sich dafür ein, dass an deutschen Schulen eine demokratische Beteiligungskultur entsteht. DeGeDe wurde 2005 gegründet als eine Art Rettungsanker für das einstige Programm Demokratie lernen & leben der Bund-Länder-Kommission.
Wegen der Föderalismusreform, die gemeinsame Projekte von Bund und Ländern praktisch verbot, hatte das Projekt keine Überlebensperspektive.”

Yaacov Hecht

Yaacov Hecht erzählt als Gründer der ersten demokratischen Schule Israels und des Instituts für demokratische Bildung in Tel Aviv in seiner einfachen persönlich emotionalen Art von den Beweggründen seines Engagements. “The main idea is – how to put human rigths into school.”

Otto Herz

Otto Herz, einer der bekanntesten Reformpädagogen Deutschlands, setzt sich seit 40 Jahren unermüdlich für kindgerechte Bildungsformen ein. Er war Mitbegründer der Bielefelder Laborschule, war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für interkulturelle Erziehung und Bildung an der Freien Universität Berlin und war Mitglied im Geschäftsführenden Bundesvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Vorstandsbereich Schule.

Prof. Dr. Andreas Hinz

Professor für Inklusion der Uni Halle, der mit einer Gruppe Studenten an dem Kongress für demokratische Bildung teilnahm.

Gerald Hüther

Gerald Hüther wendet seine neurobiologischen Erkenntnisse als Hirnforscher auf die Voraussetzungen für Schulen und ein geeignetes Lernklima an und setzt auf innere Motivation und Freude am Lernen. Denn Lernprozesse werden durch Glückshormone verstärkt und regen zum Weitermachen an. “Die Grunderkenntnis der Neurobiologie heißt: Kinder, und zwar alle Kinder kommen mit einer unglaublichen Lust am eigenen Entdecken und Gestalten zur Welt. … Es geht also weniger darum, mit Hilfe von Förderprogrammen Kindern immer schneller immer mehr Wissen beizubringen. Was wir brauchen sind Programme, die verhindern…dass Kinder irgendwann die Lust am Lernen verlieren.”

Jesper Juul

Jesper Juul ist Familienexperte und als Berater, Pädagoge und Therapeut in vielen Ländern Europas tätig.
Wie glückt das Zusammenleben von Erwachsenen und Kindern?
Wie kann man die Würde der Kinder anerkennen und sie als vollwertige Menschen behandeln?
Diese Fragen haben Jesper Juul, den 61-jährigen Gründer und Leiter des Kempler Institute im dänischen Odder, zum Familienhelfer gemacht.

Julius Müller

Der Vorsitzende der Referendar- und Jungphilologenvertretung Julius Müller möchte das Projekt mit Unterrichtsbeispielen aus seiner Referesndarspraxis bereichern.
Er spricht “jeder Schulart im differenzierten Schulsystem seine spezifische Bedeutung zu.”
“In meinen Fächern Deutsch und Geschichte gibt es immer etwas außerhalb der Schule zu besichtigen und zu entdecken, um den Lernprozess nachhaltig und eigenaktiv in Gang zu bekommen.”

Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin

Der Kulturpolitiker, Philosoph, Kulturwissenschaftler und Hochschullehrer Julian Nida-Rümelin entstammt einer Münchner Künstlerfamilie. Er war Kulturreferent der Landeshauptstadt München und Kulturstaatsminister im ersten Kabinett Schröder. Er ist Dekan der Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität und einer der profiliertesten Kritiker der Verschulung an den Universitäten durch die gegenwärtigen Hochschulreformen. Er unterstützt die Studentenbewegung bei ihrem Protest und ihren Forderungen um Mitbestimmung und soziale Gleichberechtigung.

Stefanie und Falco Peschel

Als Familienunternehmen gründete das Pädagogenpaar Stefanie und Falco Peschel nach eingehender Erprobung ihres in der Praxis entwickelten Konzepts für eigenverantwortliches Lernen die Bildungsschule Harzberg.
Sie arbeiten nach einer Methode, die, wie sie selbst sagen, “die Neugier und den Forscherdrang der Kinder nicht abtötet, sondern herausfordert. “Das hat sich zum idealistischen Lebensziel des Paares herausgebildet – “nicht nur …, um den eigenen Kindern … eine gute Lebensgrundlage bereitzustellen.”

Dr. phil. Tanja Pütz

Tanja Pütz ist Erziehungswissenschaftlerin, Hochschuldozentin und Dozentin für Montessori-Pädagogik. Eines ihrer Forschungsprojekte ist die wissenschaftliche Begleitung der Neuen Schule Hamburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u.a. Schul- und Unterrichtsforschung, Reformpädagogik, Professionsforschung und Lehr-Lernforschung. Ihr Forscherblick fokussiert “Schule aus Sicht der Kinder”.

Guntram Selle

Der Lehrer Guntram Selle unterrichtet an der staatlichen Grundschule  an der Zielstattstrasse in München seit einigen Jahren nach dem Prinzip des „Offenen Unterrichts“: die Schüler lernen nach eigenem Tempo, im Klassenzimmer, auf dem Flur oder im Garten, jede Woche wählen sie einen Präsidenten aus ihren Reihen und reden selbst mit, wenn es um Beurteilungen geht.
G. Selle: “Einer Mutter, die mir dafür danken wollte, dass ihr Sohn so viel bei mir gelernt hat, habe ich gesagt, dass sie sich bei ihrem Sohn bedanken soll: Er hat sich alles selbst beigebracht!“ Selles Schüler sind selbstbewusst, pflegen einen respektvollen Umgang miteinander und haben gelernt zu lernen.

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